Herr Hinrich.
Author: Karl Müllenhoff
Text type: Leed
Comment:

from: Sagen, Märchen und Lieder der Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg. Kiel 1845

1845 Kiel

:

1.
Herr Hinrich und sine Bröder alle dree
vull grone,
Se buweden ein Schepken, ein Schepken tor See
umb de adeligen Rosenblomen.

2.
Do dat Schepken dat Schepken rede wor
vull grone,
Se setteden sik darin, se forden all darhen
umb de adelige Rosenblome.

3.
Do se westwarts awerquemen
vull grone,
Do stunt dar ein Goldschmedes Son vor der Dör
mit der adeligen Rosenblomen.

4.
»Weset nu willkamen, gi Herren alle dree
gar hübsch und gar schone:
Wille gi nu Mede efte wille gi nu Wien?«
sprak de adelige Rosenblome.

5.
»Wi willen nenen Mede, wi willen nenen Wien,
vull grone:
Wi willen eines Goldschmedes Dochterlin han,
de van adeligen Rosenblomen.«

6.
»Des Goldschmedes Dochter krige gi nicht,
gar hübsch und gar schone:
Se is Lütke Loiken all togesecht,
de adelige Rosenblome.«

7.
»Lütke Loike, Lütke Loike de krigt se nicht,
vull grone:
Da wille wi dree unse Helse umme wagen,
umme de adeligen Rosenblome.«

8.
Lütte Loike tog ut sin blankes Schwert,
vull grone;
He houw Her Hinrik sinen lütken Finger af
umb de adeligen Rosenblome.

9.
Her Hinrik tog ut sin blankes Schwert,
gar hübsch und gar schone;
He houwd Lütte Loiken sin Höved wedder af
umb de adeligen Rosenblomen.

10.
»Ligge du aldar, ein Krusekrol,
vull grone;
Min Herte dat is hundert dusend Freuden vull
umb de adeligen Rosenblome.«

11.
Lütke Loike sine Kinder de weenden al so sehr,
vull grone:
»Morgen scholn wi unsen Vader begraven
umb de adeligen Rosenblomen.«