Ostpreussische Sagen und Schwänke/De Handwerksborsch öm Derp

<-- Wer nicht wagt, kommt nicht nach Wehlau Ostpreussische Sagen und Schwänke Sönd de Ostpreuße grob? -->

[050]
E reisender Wenktiner,
So'n röchtiger Berliner,
Noah enem Derp enst keem.
He hadd' nich enem Grosche,
Dat Herbergsgöld to prosche,
He deshalw vör sick neem.

Bi enem rieke Bure
Bruukt he nich lang to lure,
Man gew em Melk on Brod.
De Melk wär sur doch schmantig,
Dat Brod sehr schwart on kantig,
Doch schmeckd em beidet got.

Biem Noawer een Huus wieder
Trof schlecht an nu de Schnieder,
Et ging em ewenso.
De Melk wär dick wie Tunke,
Als he se utgedrunke,
Da wär är ordlich froh.

Am Pfarrhuus mußd vergete
He schon de Melk der Grete
On gew dem Topp e Klaps.
Sien öngeschrompter Moage
Veel Melk nich kunn verdroage
So ohne böttre Schnaps.

Noah enem klene Wielke
Bekeem biem Schmött he Kielke:
Von Göld wär keine Spur.
Öm nächste Huus e Mucker
Gew dann dem arme Schlucker
E Bibelverske nur.

[051]Melk gew et noch twe Moale
Ön schrecklich grote Schoale,
Uck Brod noch ömmermehr.
Als he dat nich wull nähme,
Säd man: „He sull sick schäme,
He wull wohl Schnaps on Beer.“

Ohn' Göld ös nuscht to moake,
Kromm ging he wie e Hoake
Späd awends noah de Stadt.
Et wär e höllschet Ende,
Möd wurde Feet on Hände,
De ganze Keerl wär matt.

Dre Doag wär he to schande
On säd: „Der Burebande
Mäg alles warre welk;
Ju könne lange winke,
Nie wöll ick wedder drinke
De sure, dicke Melk.“