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hat, versteht nicht viel. Es ist ein Verbannungs-Kammermädchen.“

San Bacco suchte in allen Zimmern nach ihrem Sonnenschirm. Dann stiegen sie ein. Vor einer der Ladenthüren, wo sie auf ihre Dame warteten, sagte der Garibaldianer zu dem Tribunen:

„Ich bewundere diese Frau, denn sie hat mich enttäuscht. Ich kam und meinte Vernunft predigen zu müssen. Sie konnte verbittert sein, nicht wahr, oder kindisch ratlos, oder empört. Nein, durchaus nicht; sie scherzt. Sie hat die kraftvolle Leichtigkeit dessen, der seiner Sache gewiß ist. Diese Frau ist groß!“

Pavic murrte.

„Groß, hm, groß, — ich sage nicht nein. Es giebt eine passive Größe. Manche sterben lustig. So ein Aristokrat, der sich guillotinieren ließ, weil irgend eine Liebesgeschichte ihn vom rechtzeitigen Überschreiten der Grenze abhielt, ich halte ihn für eine lächerliche Figur, schon darum, weil er zwecklos ist.“

„Mein Herr! Sie vergessen, zu wem Sie das sagen!“

San Bacco richtete sich stolz auf. Aber Pavic versetzte ruhig.

„Sie, Herr Marquis, den ich so hoch verehre, sind ein Mann der Freiheit.“

Und der Mann der zwei Seelen, der San Bacco hieß, wußte nichts zu entgegnen. Der andere sprach weiter.

„Der aber, an dessen Leben eine große Sache

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