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Seine Ausdrucksweise verblüffte sie einfach. Sie sah auf: der Salon war leer. Im Nebenzimmer wütete grellbleich beleuchtet auf seinem Sockel der kolossale Herkules, der den Lykas ins Meer schleudert. Dahinter ward ein Durchblick frei auf den Hof im Prunk seiner Galerie. Dort am Eingang drängten sich hundert Wartende.

Die Augen der Herzogin fragten, ohne es zu wollen. Della Pergola antwortete, und faltete dabei die Stirn.

„Properzia Ponti.“

„Properzia,“ wiederholte die Herzogin, „Sie, die das geschaffen hat, — das dort?“

Sie fühlte einen Schauer.

Della Pergola nickte nach dem Herkules hin.

„Sie selbst. Übrigens hat sie auch die Lichtbündel darauf geworfen. Jeder Kandelaber steht dort, wo sie ihn hingestellt hat. Was für Fauste hat diese Frau! Vor drei Tagen ist sie heimgekehrt aus Sankt Petersburg. Welch ein Triumph! Da haben wir sie!“

Eine mächtige Frau trat vor. „So mächtig ist sie,“ sagte sich die Herzogin, „daß der Kopf mit seiner Mauer von schwarzem Haar über der niedrigen Stirn, viel zu klein aussieht. Hat nicht auch ihr Herkules einen winzigen Kopf?“

Ein junger Mann, blond, fein und fchmächtig, hob ihr den Umhang von ihren schweren Schultern. Sie nahm seinen Arm, in purpurnem Atlas gleißend.

„Wer ist das?“

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