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Sie, meine Damen, beleidigt, wenn Sie sich auch vorgenommen haben, sich hier durch nichts aus der Fassung bringen zu lassen. So wie er da steht und schweigt, ist mein Freund schöner als all das Dutzendpack Ihrer einwandfreien Gesellschaft. Er brennt vor Brunst — nach Kunst, er ist geil auf Schönheit, er ist immerfort so gelähmt von Begierde nach allem überwältigend Schönen, wovon die Welt voll ist, daß ihm Geist und Hand versagen: er malt gar nicht, er glotzt, und ist dabei mehr Künstler als wir alle.“

Die Blà behauptete gereizt:

„Er ist abscheulich.“

„Er hat eine schöne Seele; genügt Ihnen das etwa nicht, meine Beste?“

Perikles kam herbei, die Reste des Käses in der einen Hand, und in der andern eine Korbflasche.

„Ich erlaube mir kein Urteil über den Unsinn, den er Ihnen vorredet zur Beschönigung seiner Faulheit. Ich habe nur malen gelernt und nicht vernünfteln. Maler sollen mit den Händen sprechen. Aber eines will ich Ihnen doch mal erzählen. Dieser seelenvolle Jüngling hat gestern seine sämtlichen Skizzen und Entwürfe dem Juden verschachert, und sich für den Erlös ein Paar Lackschuhe angeschafft. Da, sie sitzen ihm famos.“

Jakobus sah in die Luft; er trat von einem Fuß auf den andern.

„Ja, es ist wahr,“ erklärte er wegwerfend. „Ich brauche den Luxus. Ich muß ihn eben bezahlen, wie es geht. Und wie teuer bezahle ich ihn! Sie haltrn

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