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ihm eine Stunde, zu der sie mit ihm plaudern wolle, über ihren bewußten Vorschlag.

Am zweiundzwanzigsten sauste die Tramontanaluft klar, dünn und ganz durchgoldet dahin über die alte Campagna. Beim Grabmal der Caecilia Metella trafen sich die Fuchsjäger. Acht oder zehn junge Herren setzten eine Hand in die Taille, die der rote Frack schnürte, oder auf den mit weißem Leder knapp überzogenen Schenkel, und ließen ihre Pferde tänzeln vor der Herzogin von Assy. Sie hielt im Schatten der mittelalterlichen Kirche, deren Trümmer mager und gespenstisch sich zackten im Angesicht des runden und festen, der Zeiten versicherten Grabes einer Heidin.

Von der Stadt her trabte jemand über das abgewetzte Pflaster der Heerstraße, ein einzelner, dicker Jäger, eine Art Silen, rot und wackelig. Er langte an.

„Sie hier, Herr Doktor?“ fragte die Herzogin.

Pavic wollte grüßen, vermochte aber die Zügel nicht loszulassen. Der Hut saß ihm tief im Nacken; seine Stirn war jetzt ganz kahl. Er verkündete ohne Übergang, besefsen von seiner Idee:

„Gleich kommt Della Pergola. Ich habe ihn überholt.“

„Um mir das zu sagen, haben Sie sich auf ein Pferd gewagt?“

„Hoheit, was ist ein Pferd einem Manne wie mir?“

Er nahm einen Anlauf.

„Ich habe mich ehemals auf den Rücken des Volkssturms gewagt, für Sie, Herzogin. Dann auf ein

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