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die mich häufig mit höchst reinlichen und treuen Berichten versehen hat.“

„Ach so,“ sagte sie, und verzog die Lippen, flüchtig angewidert.

„San Bacco hat auch das geahnt,“ meinte sie im stillen. Gleichzeitig ging ihr die Gestalt der Fürstin durch den Sinn. Sofort machte sie innerlich den ganzen Vorgang durch, der jetzt den schäbigen Salon der Pension Dominici zum Schauplatz hätte haben können, und bei dem sie selbst die von einer entlegenen Sympathie berührte Richterin einer unwürdigen und grotesken Greisin vorstellte. Sie spielte sich diese Rolle, wie sie einstmals die lichtspendende und unerbittliche Bedrängerin der alten, dumpfen Leute in der Königsburg zu Zara, oder wie sie in dem heimlichen Garten ihrer Kindheit das Märchen von Daphnis und Chloë gespielt hatte. Und gleich der dalmatinische Revolution und gleich dem Echo von Pierluigis Pavillon, endete alles mit Gelächter. Sie sah das rote, störrische Zauberinnengesicht der Alten bei der Enthüllung ihres zweifelhaften Geschäftes vor zorniger Verlegenheit kollern und prusten. Sie begann leise zu lachen, und der Gesandte lachte mit, ohne zu verstehen warum. Sie erklärte es ihm.

Eine Zeitlang erheiterten sie sich auf Kosten der Familie Cucuru. Die Herzogin dachte dabei:

„Also alle Verbindungen, die ich für die dalmatinische Freiheit unterhielt, fallen plötzlich auseinander mit Geklingel, wie zerbrochene Geldrollen. Die volle Höhe des Interesses und der Liebe, die meiner Sache

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