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wohl wollen, erlaubte Diederich ihm nur, über dies alles hier die Wahrheit zu denken. Das ist die Leidenschaft Wolfgangs,“ sann die Gattin, „die Wahrheit zu denken. Dann fügt er sich doch, läßt sich gehen, auch wenn es nicht recht wäre, und bleibt im Nest. Er hat es früher wohl zu schwer gehabt; wie sollte er noch die Kraft finden, zu verhindern, daß die vielen anderen leiden“.

Nun aber Hans!

„Mein Hans,“ sann die Mutter gramvoll, „ist sehr gefährdet. Denn er, er will die Wahrheit nicht nur denken; ich fühle es voraus, er will sie ausführen. Wie könnte man das. Soll ich wünschen, er wäre anders, mein Hans?“

Da fühlte sie auf sich den mißbilligenden Blick ihrer Schwägerin Guste. Die hatte nie gezweifelt an ihren Söhnen, — die doch schlechter waren als der Vater! „Meiner ist besser, und ich muß zweifeln. Verworrene Welt,“ dachte Emmi Buck.

Inzwischen auf der Terrasse unter den Rosengewinden, da Klotzsche gehen mußte, hatte Gretchen Heßling einen Streit mit ihm und mit ihren Brüdern. Gretchen, bleichsüchtig und versteckt, war für die Arbeiter, und die Aussicht auf einen Streik mißfiel ihr nicht. Warum, war nicht herauszubringen. Auf alles antwortete sie ihrem Verlobten Klotzsche: „Ach

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