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Gellert, man wußte nicht wann, denn er machte Schicht nach Belieben; betrank sich und gab Schnaps auch den Kindern. Dann, regelmäßig, vergaß er sich noch weiter. Balrich hörte von oben, wie sie kreischten, vor ihm hinausflüchteten, und das Einjährige, das sie fallen ließen, schrie dann, bis Malli kam … Balrich schämte sich, er ging dem alten Lumpen aus dem Weg, um nicht sprechen zu müssen. Nur seiner Schwester sagte er, sie solle achtgeben; was für Augen mache schon die elfjährige Liesel! Da weinte sie bitter und senkte ihren grauen Kopf. Sie wußte noch mehr als er; was aber soll werden, quartiert der Gellert uns aus.

„Dann verdiene ich es euch, für eine bessere Wohnung,“ erwiderte er, und sogleich ging er hinauf zu Klinkorum: die angebotenen Nachhilfestunden, jetzt sei er bereit, sie zu übernehmen. Er hatte bisher nur so viele gehabt, daß sein Unterhalt bezahlt war, jetzt belegte er damit den ganzen Tag, Klinkorum verschaffte sie ihm mühelos; — und Balrich saß wieder die Nächte bei der Lampe.

Er tat es für Leni. Die Dinklschen Kinder waren das Ärgste nicht. Unerträglich war es, hier Leni zu sehen, wie sie daherkam, schnell, leicht, in ihrem Mantel, der einen Pelz imitierte, ihrem Modehut, auf den Stöckeln, die Schenkel abgezeichnet unter dem raschelnden Rock, — und schon im Garten be-

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