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Versuch macht er, ein Kunststück. Denkt sich, was heißt Kampf oder Recht oder Sieg; aber es ärgert manchen, und ein Arbeiter soll Jurist werden. Dann werden wir sehen, was noch übrig ist von seinem Ideal.“

Er schrie in den Sturm vor Qual.

„Das Ideal im Hause Gellert! In sauberen Pfützen schwimmt es. Vor gar nichts muß es den grausen, der es herausfischt.“

Von den Schneefeldern sauste ihm eisige Nässe entgegen. Dahinten im Arbeiterwald entschwand eine Gestalt, — kaum streifte er ihren Umriß. Er ging, verloren in seinen Zusammenbruch.

„Zwei Jahre bald, da fand ich hier die arme Thilde. Sie hatte viel Kummer; ich machte sie glücklich. Das war etwas. Seitdem, was hab’ ich vollbracht?“

Er besann seinen Kampf und wie er nun stehe. „Gut,“ sagte er grimmig, „wenn man genug hat am Träumen. Die Wirklichkeit aber? Der feste Boden zum Kämpfen? Ein altes Stückchen Papier in meiner Brusttasche ist alles; das soll zum Schwert werden und die Welt niederringen, zum Evangelium und sie umwälzen.“ Alle die Mächte, aufgetürmt zwischen ihm und dem Feind, sie erschienen ihm erst jetzt leibhaftig. Dort hindurch! — und du bist nichts, als der verstobene Funke eines Gedankens.

Er stand, hielt sich den Kopf und stöhnte. „Was

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