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Nacht. Ich werde ganz sicher keinen Versuch mehr machen, es zu hindern.“ Er befragte die Sänger mit dem Blick und ließ sogleich wieder anfangen. Diesmal blieb der Saal ohne Laut. Nachher vergaßen viele zu klatschen; sie schüttelten die Köpfe. „Es war noch schöner. Man würde es nicht glauben.“

 

Die Primadonna und der Tenor verneigten sich, jeder nach seiner Seite, und in der Mitte gaben die Hände, an denen sie sich hielten, einander manchmal einen Ruck, als leitete einer auf den andern den ganzen Beifall ab. Dann verschwanden sie, umarmt, im Hause. In der Klubloge ward gelacht.

„Zur Tür!“

Die Bühne stand leer, und das Orchester spielte.

„Das einzige Mittel,“ erklärte der Unterpräfekt hinter der vorgehaltenen Hand dem Steuerpächter, „um anzudeuten, was jetzt drinnen vor sich geht.“

In der Klubloge überlegte der junge Savezzo:

„Von der Harfe geht die Melodie auf das Cello über: da wirkt sie schon weniger platonisch, — und so weiter bis zur Pauke. Ich verstehe. Auch ich werde eine Oper schreiben.“

„Sst!“ machte der Advokat Belotti angstvoll, denn seine Schwester schluchzte so laut, daß es bald durch alle Musik zu hören sein mußte. Sie brachte hervor:

„Wenn Pastecaldi den Wein nur etwas weniger gern gehabt hätte, er lebte noch!“

Drüben sann Jole Capitani weich:

„Armer Advokat! Dennoch liebt er, scheint es, nur mich.“

Die junge Salvatori traf in der Klubloge die Augen des jungen Serafini und ließ die ihren rasch in den Schoß fallen; Rosina Giocondi begegnete nebenan denen des Olindo Polli, und plötzlich zuckte ihr etwas zum Herzen, erschreckend, wie Hoffnung, die den schon verlernten Weg wiederfindet; — in-

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