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ich zuschlug, für lebend. Habe ich Alba also belogen? Ich bin nicht feige. Wie sie mich liebt! Wie wir uns lieben! Sterben wäre nichts…“

 

Der Platz war noch unbelebt; vor dem Café las Gaddi eine Zeitung.

„Auch du kommst umsonst!“ rief er ihm entgegen. „Die Probe ist abgesagt. Der Maestro hält lieber eine Probe für seine Messe ab. Versteht sich: der Maestro Viviani ist ihm weniger wichtig als der Maestro Dorlenghi.“

„O Virginio!“ — und Nello preßte die Hand des Freundes, als wollte er sie zermalmen: „Wie wir uns lieben!“

„Gemacht? Meinen Glückwunsch. Da es ein reiches Mädchen ist, wirst du dich nun nicht sträuben, sie zu heiraten. Ohnedies lese ich da gerade von dem Bankrott der dramatischen Gesellschaft Valle-Bonisardi, von der ich mich fast hätte engagieren lassen.“

Nello lachte, klar wie Gold.

„Du weißt ja nicht: ich singe ihr vor, ihr ganz allein. Ah! du weißt nicht: ich habe eine Schlange getötet, die daran war, sie zu beißen.“

Er strich sich das Haar zurück, seine Brust dehnte sich, ein kraftvolles Lächeln ging durch seine Züge. Gaddi betrachtete ihn.

„Ich leugne nicht, daß du aussiehst wie ein Gott. Aber man kann nicht alle Tage Schlangen töten; und auch das Singen ist eigentlich keine Beschäftigung für das ganze Leben.“

Das Lächeln des Glücklichen erlosch auf einmal; er ließ ein bleiches, abgespanntes Gesicht auf die Brust sinken.

„Was ist fürs ganze Leben“, murmelte er. „Wenn ich umkehrte und zurückginge, gleich jetzt, gleich jetzt: bin ich denn sicher, sie noch zu finden, noch die Liebende zu finden, die ich erst eben verließ? War nicht alles ein heftiger Traum?“

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