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Alles macht Ihr verkehrt. Warum habt Ihr nicht zuerst die Maiskolben herabgeholt? Rettet nun wenigstens die Betten!“

Und sie drängten hinein. Der Schneider Chiaralunzi empfing sie mit einem Wasserstrahl. Der Rest des hölzernen Balkons brach, funkensprühend, herab. Alles warf sich mit Zetern im dichten Rauch durcheinander.

„Das Ende der Welt!“ ächzte flüchtend der Wirt Malandrini. „Wo ist meine Frau? Ich bin ruiniert!“

„Malandrini,“ sagte der Advokat und zeigte sich in der Laube, „es heißt nun, ein Mann sein. Glauben Sie mir, es gibt noch größeres Ungemach als Ihres.“

„Ach, über mich!“ — und er schlug sich mit den Fäusten auf den Bauch, er setzte die Nägel an seinen runden Kahlkopf. „Auch die Mütze ist mir verbrannt! Ich werde betteln gehen!“

Der Advokat zog ihn in die Laube.

„Sehen Sie her, Malandrini: hier auf dem Tisch liegen Ihre Kinder und schlafen. Wenn sie denn wirklich keine Mutter mehr haben, was ich nicht glauben will, so trösten Sie sie! Das wird auch Sie trösten. Denn im Unglück ist es ein Trost, gütig zu sein.“

Der Wirt schluchzte am Tischrand.

„Das ist nicht alles … Advokat, ich will Ihnen etwas Schreckliches sagen. Meine Frau — sie ist fort mit allem Gelde.“

„Wie? Was sagen Sie, Malandrini? Sie haben doch nicht —“

Der Advokat brach ab, denn draußen gingen Stimmen durcheinander.

„Der Brand ist gelegt, sage ich euch … Der Wirt ist ein Schuft … Unter der hölzernen Treppe zum Balkon ist das Feuer gelegt. Masetti hatte es schon längst bemerkt. Man

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