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Mit einem Bogen des Armes:

„— das kommt mir vom Volk.“

 

Es ward geklatscht, — und ein langer Schub beförderte die beiden samt ihren getragenen Mienen bis vor die Tür des Turmes. Keiner wollte vorangehen; sie drehten einander rundum und wurden drehend hineingestoßen. Die Menge quoll nach. Über die Stufen zum Dom schwemmte eine Welle Volkes. Ihr entstieg der Savezzo und drückte sich unbemerkt unter die Matratze. Er schlich durch die Vorhalle. Aus all den leeren Bänken dahinten erhob sich ein einziges, dämmerweißes Gesicht.

„Sie hier, Herr Savezzo?“ fragte Frau Camuzzi.

„Da Sie mir ein Zeichen gegeben haben —.“

„Ich, ein Zeichen?“

Die Stimmen klappten von den Pfeilern zurück; Frau Camuzzi flüsterte:

„Sie irren sich … Aber Sie sind im Mantel, und Sie tragen ein Bündel?“

„Ja. Denn ich gehe; ich verlasse den Schauplatz meiner Niederlage. Lieber in der Fremde einen neuen Kampf beginnen, als hier den frechen Triumph des alten Feindes erleiden.“

Gedämpfter Jubel drang in die Stille.

„Hören Sie?“ — und er knirschte. Er warf seinen Hut auf den Boden.

„Heben Sie ihn auf,“ sagte Frau Camuzzi, „wir sind in der Kirche. Da Gott selbst für den Advokaten ist, werden Sie die Dinge nicht ändern.“

„Ich werde sie ändern, — nachdem ich draußen gesiegt habe und groß geworden bin.“

„Ich“, sagte Frau Camuzzi und seufzte still, „habe einen Mann, der Gemeindesekretär ist und bleibt. So muß ich wohl in der

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