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dem er sich, wie es schien, in den Erfolg zu teilen hatte. Er fand dies unwürdig und wandte sich an Adelheid:

„Meinen gnädige Frau nicht auch, daß Direktor Kapeller einen gar zu fleckigen Frack trägt? Man könnte es ihm vielleicht zu verstehen geben, ohne ihn zu verletzen?“

Sie schlug vor:

„Wir lassen ihm einfach einen neuen machen.“

Aber Frau Pimbusch, die sich näherte, flüsterte eifrig:

„Liebste, verderben Sie nichts! Sehen Sie nicht, daß Kapeller und sein Frack unzertrennlich sind? Einer ist so fettig wie der andere.“

„Natürlich,“ bestätigte Frau Mohr. „Kapeller ist ein denkender Schauspieler, und sein Frack gehört zur Rolle. Er macht ja gerade den größten Eindruck —“

„Besonders hier in deinem Salon,“ setzte die kleine Frau Goldherz hinzu. Frau Bescheerer berührte Andreas Schulter:

„Mit dem fettigen Frack steht und fällt Ihre Poesie, mein Lieber,“ erklärte sie mit boshaftem Grinsen.

Er zuckte zusammen und erblaßte; doch Kapeller selbst kam ihm zu Hilfe. Der Schauspieler hatte sich scheinbar in dem Winkel zu schaffen gemacht, wo die sechs Dichter sich drängten. Aber so leise die Damen ihre Bemerkungen austauschen mochten, er besaß ein zu gut geschultes Ohr für das was die Mächtigen sannen und planten. Sein Instinkt sagte ihm, daß etwas Feindseliges sich gegen ihn aufrichte, und er ging

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