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Andreas betrachtete sie. War das dieselbe kleine Matzke, die über den elektrischen Draht wie über eine Corde gehüpft war, die nach seiner Polka getanzt und ihn mit poudre de riz beworfen hatte? Sie schwärmte, mit aufgerissenen, wässerigen Augen, ein einfältiges Lächeln auf dem Gesicht.

„Wo haben Sie ihn denn kennen gelernt?“ fragte er.

„Es war in meiner frühsten Jugend, un ich war ’ne kleine Iöhre, un wenn Mutter bei die Leute zum Waschen ging, denn nahm sie mich mit. Un einmal, in eine Waschküche bei einen Geheimrat, da habe ich ihn gefunden. Er war nämlich auf ’ne alte Seifenschachtel aufgemalen, die da ins schmutzige Wasser rumtrieb. Ich kleines Wurm verliebte mich zum Sterben in den scheenen Prinzen un wollte ihn haben. Aber ’ne andere, Bertha hieß sie, nahm ihn mir weg. Ich hasse ihr noch heute.“

Sie schien in ihren Erinnerungen verloren. Er ermunterte sie.

„Und Ihr Seifenfchachtelvrinz und mein Begleiter von neulich sehen einander ähnlich?“

„Ich sage es ja. Wie zwei faule Eier. Un bloß, daß Ihr Freund Puffärmel und blauweiße Tricothosen anhaben muß.“

„Das gehört allerdings zum Märchenprinzen.“

„Sehn Sie woll? Drum habe ich ja auch ’ne klafsische Idee un will hier in meiner Villa Bienaimée ein Maskenfest veranstalten, wozu ich Türkheimern seine Bande und den ganzen Klimbim zusammenlade. Denn

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