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so lange anstecht erhalten haben. Jetzt habe ich zu Ihrer Belohnung Ihr Geständnis angehört. Ich bin ja neununddreißig, und Sie…“

„Vierundvierzig. Und Sie meinen, das sei der Moment, um unbesorgt zu reden, weil alles verpaßt sei? Aber Sie bedenken nicht, daß ich seitdem kaum gelebt habe. Ich bin eigentlich noch fünfunddreißig, trotz grauer Haare. Mein Dasein ist seitdem leer geblieben und hat, wenn ich es verraten darf, auf Sie gewartet.“

„Sie vergessen Clelia.“

„Sie werfen mir Clelia vor?“ rief er, unwillig und mit Erröten. Sie legte den Kopf auf die Schulter und sah ihm in die Augen, unsicher lächelnd. Er sagte: „Jetzt sind Sie unehrlich! Seien Sie ehrlich, stellen Sie sich nicht, als hielten Sie die alberne Clelia für einen Einwand gegen meine Liebe zu Ihnen!“

„Clelia hat den Herrn von Mortœil doch nur geheiratet, um sich sofort in die Arme ihres berühmten Malers zu werfen.“

„Das ist es. Ich bin ja nur ein Maler für Clelia. Sie stellt sich zwischen mich und die andern Frauen und sagt: „Da ist er. Wollt ihr etwas von ihm haben, so wendet euch an mich! Sie nutzt mich aus für ihre Machtgier. Sie liebt mich kaum.“

„Man fügt, daß sie eine Auswahl trifft unter den Damen, die sich von Ihnen porträtieren lassen wollen.“

„Ich leugne es nicht. Ich bin schwach geworden.

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