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gegen abgethane Heiligtümer. Ich will als eine Unbekannte über Land fahren. Keiner soll auf den Gedanken verfallen, mich mit seinen Leiden herabznstimmen oder mich zu beunruhigen mit seinen Begierden.“

Am Morgen befann sie sich auf diesen Einfall, und er überraschte sie.

„Bettina hat mir zu denken gegeben. Weil er ihr schreibt, weil er ihr armes, irres Herz noch mehr verstört mit allen Abenteuern seiner Sinne, darum dankt sie ihm und leugnet seine Selbstsucht. Ach, ich kenne seine Selbstsucht erst ganz, seit ich Bettina kenne. Sie hat ihm sehr geschadet. Den Anblick dieser Fmu werden alle seine Werbungen mich nicht vergessen machen.“

Schließlich sagte sie sich:

„Und wenn sie mich nicht ängstigte, so wäre doch ihr Unglück mir heilig. Ich werde ihn niemals erhoren, den Mann der Frau, die so leidet.“

∗             ∗

San Bacco trug nur noch ein Pflaster auf der Wange. Die Herzogin feierte seine Genesung, und auch sein Gegner kam. Mortœil behielt, um sich seinen Sieg über den alten Kämpen verzeihen zu lassen, den Arm in der Binde, obwohl seine kleine Beschädigung längst vernarbt war. San Bacco war bewegt; er ging ihm entgegen uud umarmte ihn. Bei Tafel nahm er ihn an seine Seite. Er selbst saß links von der

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