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„Meine Damen, meine Herren, wir ftiern, wie Sie wissen, zwei Helden, die, wenn es nach ihnen gegangen wäre, einander so mitgespielt haben würden, daß wir sie gar nicht mehr feiern könnten. Zum Glück ist es ihnen mißlungen. In noch größerem Glück haben sie sich die Hände gereicht. Lassen Sie uns alle Hand in Hand leben! Unbefangen unter Glücklichen! Lieben und geliebt werden, das ist das einzige, was zählt … Übrigens haben wir Lady Olympia sofort zu erwarten!“ rief er dazwischen und sah nach der Uhr.

„Dahinschlendern, immer den Sinnen nach, ohne Bedenken, ohne Eile, ohne Wichten, und womöglich zu Zweien. Genießen, was die Welt hat. Wir haben noch gestern überlegt, Lady Olympia und ich in Chioggia, wie wir, wenn das anginge, die Stunden unseres Tages über Europa verteilen würden. Wir nahmen uns vor, am Nachmittag in einem gewissen kleinen Ostseebad Krabben zu essen, und wenn dort die Küste zu kühl würde, den Spaziergang zu Venedig auf dem Lido zu beenden; die leere Stunde vor dem Diner auf dem Boulevard des Italiens zu vergaffen; in Rom, im kleinen Salon bei Ranieri zu speisen; die Theaterstunde halb der Skala und halb einem Londoner Musik Hall zu schenken; hinterher in Wien eine Portion Gefrorenes zu genießen; und am Ufer eines Alpensees bei offenen Fenstern schlafen zu gehen.“

Er betrachtete zärtlich sein funkelndes Glas.

„Seien wir glücklich: es ist so schön! Trinken wir auf unsere Helden!“

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