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mit einem Jubel, der sich fürchtete vorm Ausbrechen. Kieselack war der Erste, der ihn steigen ließ.

„Seht ihr wohl! Ich hab’ gleich gesagt, er wagt es nicht!“

Lohmann war ärgerlich, weil er sich hatte ängstigen lassen.

„Wenn der Mensch meint, er kann mich an der Nase führen —.“

Ertzum sagte:

„Es kann ja noch kommen.“

Und mit jäher Wildheit:

„Es soll nur kommen! Ich weiß, was ich tu’!“

„Ich kann mir denken,“ sagte Lohmann. „Du prügelst Unrat durch. Dann koppelst du dich mit der Fröhlich zusammen, und ihr springt ins Wasser.“

„Nein — das nicht,“ sagte Ertzum erstaunt.

„Menschenskinder, ihr habt ja ’n Spleen,“ sagte Kieselack. Und sie trennten sich. Lohmann erklärte noch:

„Mir lag eigentlich nichts mehr an dem Blauen Engel. Aber bange machen gilt nicht: jetzt geh’ ich grade hin.“

Am Abend kamen er und Ertzum fast gleichzeitig vor dem Hause an. Sie warteten noch auf Kieselack. Ihn ließen sie immer vorangehen, zuerst in die Garderobe der Künstler treten, den Mund zuerst aufmachen, zuerst gemütlich werden. Ohne Kieselack wäre dies alles nicht gegangen, sie brauchten ihn und seine Frechheit. Er hatte kein Geld, sie mußten für ihn bezahlen, und Kieselack hütete sich, sie merken zu lassen, was sie alles bezahlten, und daß es seine, Kieselacks geheime

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