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mentan betreibt, nicht eben an. Sie handelt schlicht weiblich.“

Lohmann lächelte grausam. Er zog durch dieses Wort Dora Breetpoot in den Schmutz neben die andere — Dora Breetpoot, die erste der Frauen. Wie er das genoß!

„Aber Kieselack ist wieder am Schlüsselloch…“

Lohmann erhielt Ertzum, der den Kopf wegdrückte, auf dem Laufenden.

„Kieselack winkt schon ziemlich heftig … Dieser Unrat ist — Ertzum, wir gehen vielleicht weiter?“

Er raffte seinen Freund vom Boden und zog ihn nach dem Haustor. Draußen wollte Ertzum nicht mehr vom Fleck; er lehnte sich, schwer und stumpf, an das Haus seiner Enttäuschungen. Lohmann redete eine Zeitlang vergeblich. Er drohte mit Weggehn; da erschien Kieselack.

„Ihr seid auch öde Kerls. Was kommt ihr denn nich rein. Unrat is schon drin mit seiner Braut. Ich hab’ im Saal Bescheid gesagt, wo sie herkommen, da sind sie mit ’n großen Juchhe empfangen. Du, so was lebt nicht mehr: sie sitzen im Kabuff und sind zärtlich. Ich lach’ mich tot! Komm, nu ziehn wir drei Mann hoch ins Kabuff.“

„Du bist wohl —“ machte Lohmann.

Aber Kieselack meinte seinen Vorschlag ernst.

„Ihr habt doch hoffentlich keine Angst vor Unrat!“ verlangte er empört. Unrat liegt ja viel zu sehr drin, was will er denn gegen uns noch machen. Wir können jetzt Schindluder mit ihm treiben.“

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