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„Er ist so wie ein Mann sein muß … Aber du brauchst einen, der sich zu deinem Kameraden hergibt. Denn, nicht wahr, du möchtest seine Kameradin sein? Sage, wie wäre es denn mit jenem Deutschen: du weißt schon, welchen ich meine. Ich bin sehr betrübt, daß ich nicht früher daran gedacht habe.“

„Du kannst sicher sein,“ — und Lola lächelte, „daß ich auch das bedacht habe. Pardi ist trotz allem der, den ich brauche.“

„Du willst also deinen Entschluß nicht ändern?“ — mit flehendem Augenaufschlag und gerungenen Händen. „Ich rede zu deinem Besten. Du verstehst nicht viel. Du hast nicht viel Talent, eine Frau zu sein. Ich rede zu deinem Besten…“

Aber Mais Ton ward immer rachsüchtiger.

„Du glaubst wohl, in der Ehe erweise man sich Gefälligkeiten. Du weißt also nicht, daß sie ein genaues Geschäft ist, bei dem der Mann sein Vergnügen von uns möglichst billig zu bekommen sucht. Dein Vater hat mich um das Meinige betrogen. Ich hätte von ihm viel, viel mehr Diamanten und Pariser Hüte verlangen sollen. Reisen hätte er mich machen lassen sollen. Ich war unerfahren und er nutzte mich aus. Jetzt hasse ich ihn: daß du’s weißt, ich hasse ihn! Es reut mich, daß ich ihn damals nicht betrogen habe. Er würde verdienen, daß ich ihn noch jetzt betrüge, — mag er mir auch erscheinen.“

Und aus verzerrtem Gesicht, grotesk wie ein böses Kind, stieß Mai mit ihren ganz schwarzen Blicken nach Lola.

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