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vii
Vorwort.

ist oc na clessaib (bei den Kunst­stücken), nicht aber (ocon muicc) bei dem Schweine, denn on ist keine selb­ständige Form des Artikels. Die „Eclipsis“ ist be­zeichnet wie in der modernen Sprache, also na n-dáine der Menschen, na m-ban der Frauen. Die Hand­schriften haben in solchen Fällen (nicht bloss über dem guttu­ralen n) oft einen Punkt, diese Punkte habe ich nicht bei­behalten. Dagegen habe ich den kleinen Strich noch an­gewendet vor gewissen, oft un­übersetz­baren, en­klitisch ange­fügten Partikeln, den soge­nannten Parti­culae augentes, um sie dadurch vom voll­wichtigen Demon­strativum zu unter­scheiden. Aber freilich ist es eigent­lich eine Incon­sequenz ind fir sea (diese Männer) zu schreiben.

Für einige Texte habe ich an schwierigen Stellen die Ueber­setzung einheimi­scher Gelehrter mitge­theilt. Mir kam es darauf an, zu zeigen wie weit in diesen Kreisen das Ver­ständniss reicht, damit man nicht etwa wähne, aus den schwer erlang­baren Büchern viel mehr, als ich gebe, holen zu können. Die einheimi­schen Gelehrten haben ohne Anstoss Alles übersetzt, als wenn Schwierig­keiten gar nicht vorhanden wären.

Man nennt die Sprache der Hand­schriften, denen die vor­liegenden Texte entnommen sind, Mittel­irisch. Eine scharf begrenz­bare, in sich einheit­liche Sprache ist dies nicht. Dass man hier und da viel­leicht Spuren verschie­dener Dialekte nach­weisen kann, ist bei Weitem nicht so wichtig, als dass sich mitten in der Sprache der spätern Zeit zahl­reiche alte Formen und Wörter erhalten haben. Im All­gemeinen schrieb jeder Schreiber sein Original in die Sprache seiner Zeit um, aber nichts weniger als con­sequent, und so können wir noch in späten Texten Stücken eines alten Sprach­schatzes begegnen. So fand ich vor Kurzem in der Egerton Version des Fled Bricrend (s. S. 336, zu S. 292, 3) das mir bisher un­bekannte fathar vestrum, das sich schön neben das längst bekannte nathar nostrum stellt.