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VIII Serglige Conculaind.

4. Ueber die mythisclion Elemente in diesem Texte nur wenige Worte. Aed Abrät und seine Töchter Fann und Liljiin werden Side genannt. Höchst merkwürdig ist die etymologische Erklärung der Namen in Cap. 17. Zu den Side gehört auch König Labraid, Liban's Gemahl. Bekannter als alle diese ist Manannän, von den Tuatha De Danann. Während die Side auch in der irischen Tradition mythische Wesen sind, sollen die Tuatha De Danann zu den Völkerschichten zählen, welche Irland inne hatten, ehe die Goidel (Maie Miled etc., „the Milesians" aus Spanien) kamen. Für weitere Auskunft verweisen wir vor- läufig auf die Indices zu O'Ciirry's Lectures on the Manners and Customs of the Ancient Irish. Manannän ist Gemahl der Fann, steht also in einer gewissen Beziehung zu den Side *. Sein Wohnort ist die Insel Manann (jetzt Man), deren Name genau wie Danann gebildet ist. Ebenso ist Labraid's Sitz eine Insel, Inis Labrada genannt. O'Curry war vielleicht zu ernstlich be- müht, alle hier vorkommenden Ortsnamen mit bestimmten Oert- lichkeiten Irland's zu identificiren. Der Mythus ist in Irland localisirt worden, aber ursprünglich ist Labraid's Reich eben mythisch, z. B. wenn es Mag Moll, Glückliches Gefilde, genannt und als solches geschildert wird. In ähnlicher Weise wurde als Mider's Wohnsitz Bri Leith bezeichnet, ein in Mag Breg gelegner Hügel (s. S. 130, 18); aber das Land, welches Mider in dem S. 132 mitgetheilten Gedichte schildert, ist offenbar das mythi- sche Elysium der alten Goedeleii. Ueber die Cap. 13 genannten Feinde Labraid's vermag ich für jetzt keine weitere Auskunft zu geben.

5. Was das Versmass anlangt, so finden wir auch in diesem Texte vorwiegend verschiedene Variationen der Strophe zu vier siebonsilbigen Halbzeilen. Aber es kommen auch andere, in der

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  1. Das Verliältiiiss der Side zu den Tuatha Iie Danaiin ist noch nicht genau untersucht. In einem Gediclite bei O'Curry, On the Mann, and Cust. II p. 71, wird Mider, den wir S. IIG als Side kennen gelernt haben, zu den Tuatha De Danann gerechnet. Manannän lieisst iiiac Lir, „son of the sea", vgl. Stokes, Three Ir. Gloss. p. xxxv.