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einen erschrecklich tieffen Sprung aus der entsetzlichen Höhe herunter und schiesst fast mehr einem kleinem Strom weder einem Strahl gleich, herab, sintemal sie nicht wie andre Spring-Quellen nur in Gestalt einer kleinen Aderläse des Felsens herunter röret, sondern eine dicke und starke Flut herab wirft». Zu erwähnen ist zweifellos auch der Aufriss eines Teils der Karawanken mit dem Übergang Loibl aus dem damaligen Krain nach Kärnten, der ebenfalls durch eine Beschreibung ergänzt ist. Diese Beschreibung schildert besonders anschaulich die Strasse, die über diese Bergwelt führt - ein Mensch im Tal würde sich kaum vorstellen können, dass sie passierbar ist, denn man kann sich kaum die in Felsen gehauene Strasse und den Tunnel unter dem Schneeberg vorstellen.

Die erste genauere Karte von Krain wurde vom Zisterzienser Mönch Disma Floriantschitsch (1691 bis 2. Hälfte des 18. Jh.) im ungefähren Massstab 1:100’000 angefertigt. Wie er dem Benutzer der Karte selbst mitteilt, habe er vor der kartographischen Darstellung des Landes das Herzogtum Krain in zehnjähriger unermüdlicher Beflissenheit kreuz und quer bereist, als es ihm vergönnt war von seinen dienstlichen Pflichten befreit zu werden; er habe es anhand von beinahe dreihundert Landvermessungen und Messbeobachtungen von hohen Schlossaussichtstürmen und hohen Bergrücken untersucht. Im Vergleich zu älteren Karten sind die Lagen von Ortschaften und die Verläufe von Flüssen, das heisst die Topographie und Hydrographie, genauer. Berge und Bergland sind nach der damaligen Gepflogenheit durch gezeichnete und schattierte Hügel (schattierte «Maulwurfshügel») gekennzeichnet, die Wälder durch Baumzeichnungen. Im Vergleich zu älteren Karten enthält die Landkarte von Floriantschitsch auch ausserordentlich viele Namen, sowohl Ortsnamen als auch Fluss-, Berg-, Landschafts- und Schlossnamen. Gebirge sind auf sehr interessante Weise dargestellt. Der Name Triglav für den höchsten B erg der Julischen Alpen wird hier zum ersten Mal in einem veröffentlichten Werk erwähnt. Laut Floriantschitsch ist der Triglav der höchste Berg von Krain, er berichtet, der Triglav rage 1300 Pariser sechsfache Fuss über dem Horizont von Ljubljana senkrecht in die Höhe (womit die tatsächliche Höhe um 162 m überhöht war).

Eine neue Qualität bekam die Kartierung der slowenischen Alpen erst in der militärischen Kartographie in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Wichtig sind insbesondere die I. (Josephinische) Landesaufnahme (1763-1787) und die II. (Francisceische) Landesaufnahme. Schon für die erste gilt: An die Stelle der rein schematischen «Maulwurfshügel» tritt eine perspektivi-

RAJŠP: DIE JULISCHEN ALPEN AUF ALTEN LANDKARTEN
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