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Geistlichkeit bedürfen allerdings vorab einiger Erläuterungen beziehungsweise Einschränkungen, die nicht nur den Untersuchungsgegenstand näher vorstellen, sondern ihm auch hinsichtlich Raum, Zeit und Personenkreis klare Grenzen setzen und somit den gewonnenen Erkenntnissen nur bedingte Aussagekraft zukommen lassen. Eine umfassende Interpretation der vorliegenden Ergebnisse erfordert deshalb noch weitere Forschungen, wofür die getroffenen Feststellungen und Erklärungsversuche jedoch erste Anhaltspunkte liefern können.


DER GEOGRAPHISCHE RAHMEN: DIE DIÖZESE BRIXEN

Nach mehrfachen Veränderungen im ausgehenden 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts sind die Brixener Diözesangrenzen durch die Zirkumskriptionsbulle «Ex Imposito Nobis» vom 2. Mai 1818 neu reguliert und den politischen Verwaltungsgrenzen weitgehend angeglichen worden. Zuvor hatten die Bistümer Chur (Dekanat Mals), Augsburg (Dekanat Breitenwang-Reutte) und die Diözese Freising (Scharnitz, Hinterriss) über kirchlichen Streubesitz in der Diözese Brixen verfügt. Ausserdem erhielt der Brixner Bischof die Vorarlberger Pfarren, die vormals den Bischöfen von Chur (55), Konstanz (38) und Augsburg (7) unterstanden, musste seinerseits aber alle Seelsorgstationen im Untervintschgau, in den Seitentälern des Sarntales, diejenigen im Fassatal und solche südlich des Aferer- und die des unteren Eisacktales an das Bistum Trient abgegeben.[6]

Die Diözese Brixen umfasste im 19. Jahrhundert also etwa das heutige Bundesland Tirol mit Ausnahme der Gebiete östlich des Ziller, die auch heute noch zur Erzdiözese Salzburg gehören, die Gebiete im Norden Südtirols beziehungsweise des Territoriums der Autonomen Provinz Bozen bis südlich von Brixen (bei Albeins) und den oberen Vintschgau sowie das Territorium des heutigen Bundeslandes Vorarlberg, das 1818 mit seinen sechs Dekanaten (Bregenz, Bregenzerwald, Dornbirn, Feldkirch, Montafon, Sonnenberg) kirchenrechtlich als eigenes Generalvikariat dem Brixner Bistum zugeteilt wurde. Der Tiroler Anteil der Diözese Brixen untergliederte sich in 20 beziehungsweise seit den 1850er Jahren in 22 Dekanate[7] (Ampezzo, Breitenwang-Reutte, Brixen, Bruneck, Buchenstein, Enneberg, Flaurling/Silz, Fügen, Hall, Imst, Innichen, Innsbruck, Lienz, Mals, Matrei, Schwaz, Stilfes, Taufers, Windischmatrei, Zams/Prutz; siehe Karte, S. 313).[8]

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ALEXANDER: PRIESTERNACHWUCHS DER DIÖZESE BRIXEN